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Schritt 3: Vorbereiten der Flurstücksgeometrien

  • Überprüfen und Reparieren von Polygon-Geometrien
  • Ausrichten von überlappenden Polygonen
  • Erstellen von Linien
  • Bereinigen von Kurven
  • Neuerstellen von Polygonen aus Linien
  • Inventarisieren

Im vorherigen Schritt haben Sie Ihre Staging-Umgebung für das Laden von Daten in die Parcel-Fabric eingerichtet. Im folgenden Schritt werden die Flurstücksgeometrien vorbereitet und bereinigt.

Überprüfen Sie für jede in der Staging-Umgebung erstellte Polygon-Feature-Class die Geometrien und erstellen Sie Linien gemäß den Beschreibungen in den nachfolgenden Abschnitten.

Tipp:
Die Toolbox "Parcel Fabric Data Migration" enthält Werkzeuge, mit denen Sie mehrere Polygondatenquellen zum Laden vorbereiten können.

Überprüfen und Reparieren von Polygon-Geometrien

Verwenden Sie das Geoverarbeitungswerkzeug Geometrie überprüfen, das sich unter System-Toolboxes > Data Management Tools > Features befindet, um die Geometrien Ihrer Polygone zu überprüfen. Mit dem Werkzeug wird eine Tabelle mit Geometriefehlern erstellt, darunter NULL-Geometrien und überlappende Polygone. Fehler in Polygongeometrien sollten repariert oder entfernt werden, da sie sonst nicht in die Parcel-Fabric geladen werden. Verwenden Sie das Geoverarbeitungswerkzeug Geometrie reparieren, das sich unter System-Toolboxes > Data Management Tools > Features befindet, um fehlerhafte Geometrien zu reparieren.

Schauen Sie zusätzlich nach Polygonen mit sehr kleinen Shape-Flächen. Vergewissern Sie sich, dass es sich um gültige Flurstücke und nicht um Splitterpolygone handelt. Falls es keine richtigen Flurstücke sind, führen Sie eine Zusammenführung mit benachbarten Flurstücken durch oder löschen Sie sie.

Ausrichten von überlappenden Polygonen

Überlappungen und Lücken zwischen benachbarten Flurstückspolygonen führen zu einer großen Anzahl von Topologiefehlern. Wenn Sie überlappende Flurstückspolygone wie Unterteilungen, Steuerflurstücke und Parzellen beibehalten, müssen Sie außerdem sicherstellen, dass überlappende Polygongrenzen lagegleich sind. Mit dem Geoverarbeitungswerkzeug Integrieren unter System Toolboxes > Data Management Tools > Feature-Class lassen sich überlappende Polygone zusammenführen, wenn die Polygongrenzen innerhalb der angegebenen XY-Toleranz liegen.

Hinweis:

Verwenden Sie das Werkzeug Integrieren nicht für Linien, sondern für Polygone. Mit dem Werkzeug "Integrieren" werden keine Ausgabedaten erzeugt, sondern nur die Eingabedaten geändert. Legen Sie am besten vor Verwendung des Werkzeugs Integrieren eine Kopie Ihrer Daten an. Dem für die XY-Toleranz angegebenen Wert kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Durch eine zu große Toleranz könnten Polygone ausgeblendet und gelöscht werden, und es könnten unbeabsichtigt Stützpunkte verschoben werden. Führen Sie das Werkzeug an kleinen Teilmengen der Daten aus, um die Ergebnisse zu überprüfen und verschiedene XY-Toleranzen zu testen.

Weitere Informationen zum Geoverarbeitungswerkzeug "Integrieren"

Eine Möglichkeit besteht darin, mithilfe des Geoverarbeitungswerkzeugs Zusammenführen ausgerichtete, überlappende Polygone zu erstellen.

Weitere Informationen zum Ausrichten von Features

Erstellen von Linien

Um Flurstücksdaten in eine Parcel-Fabric zu laden, ist eine bereinigte Topologie von Flurstückspolygonen und Flurstückslinien erforderlich. Wenn Sie keine Flurstückslinien verwalten, können Sie mit dem Geoverarbeitungswerkzeug Polygon in Linie unter System-Toolboxes > Data Management Tools > Features > Polygon in Linie Linien aus den Polygonen erstellen. Beachten Sie, dass die Option Informationen zu benachbarten Polygonen identifizieren und speichern im Dialogfeld Polygon in Line ausgewählt sein muss, damit keine doppelten Linien für benachbarte Polygone mit gemeinsamen Grenzen erstellt werden. COGO-Dimensionen werden während des Migrationsprozesses aus der Geometrie der Linienform generiert.

Schauen Sie nach Linien von sehr kurzer Länge. Vergewissern Sie sich, dass es sich um gültige Linien und nicht um fehlerhafte Dangles handelt. Löschen oder bearbeiten Sie freie Linien. Linien mit sehr kurzen Längen können von der Ausführung des Werkzeugs Linien an Stützpunkten teilen stammen. Wir raten von der Verwendung dieses Werkzeugs ab, da damit segmentierte Polylinien, die Kurven repräsentieren, geteilt werden, was deren Wiederherstellung erschwert.

COGO-Attribute werden während des Ladevorgangs für Flurstückslinien erzeugt, wenn keine vorhanden sind. Wenn sich auf einigen Linien COGO-Attribute befinden, werden diese nicht geändert. Mithilfe eines Feldes Calculated können Sie Linien mit generierten COGO-Attributen in Ihren Quellflurstückslinien kennzeichnen. Legen Sie den Attributwert für berechnete Bemaßungen auf "1" fest. Wenn die Linien über COGO-Attribute verfügen, können Sie mit dem Add-In Parcel Fabric Quality Control überprüfen, ob die COGO-Dimensionen den Dimensionen der Linien-Geometrie entsprechen. Wenn die Linien-Shape-Länge 50 Fuß und das COGO-Entfernungsattribut 100 Fuß beträgt, dann sollte dieses Attribut entfernt oder neu berechnet werden. Durch uneinheitliche COGO-Attribute kann es zu Datenfehlern in der Parcel-Fabric kommen.

Verwenden Sie ein Kategorie-Feld, um Grenzlinien und Straßenfrontlinien anzuzeigen. Legen Sie "0" für Grenzlinien und "5" für Straßenfrontlinien als Attributwerte fest. Die Zuweisung einer Straßenfront-Kategorie zu einer Linie ist hilfreich für Abfrage- und Kartografiezwecke. Standardmäßig werden alle Linien als Grenzlinien geladen.

Weitere Informationen zum Laden von Linien-Attributfeldern

Bereinigen von Kurven

Wenn Linien aus Polygonen erstellt werden, werden häufig Polylinien mit Segmenten generiert, die gerade Linien und Kurven darstellen. Unter Kurven sind beispielsweise dicht oder weniger dicht gefüllte Liniensegmente zu verstehen. Geschwungene Grenzen einer Parcel-Fabric sollten durch einzelne 2-Punkt-Linien definiert werden.

Tipp:

Wenn Sie überprüfen möchten, ob Polylinien mit mehreren Segmenten vorhanden sind, klicken Sie im Menü Editor auf das Werkzeug Editieren, zeigen Sie mit der Maus auf eine Linie und drücken Sie UMSCHALT+V.

Hinweis:

Zum Teilen segmentierter Linien sollte nicht das Geoverarbeitungswerkzeug Linien an Stützpunkten teilen verwendet werden. Mit diesem Werkzeug werden Polylinien in einzelne 2-Punkt-Linien geteilt. Kurven lassen sich dadurch nur schwer auffinden, zudem muss eine große Anzahl von Linien und Punkten in die Parcel-Fabric geladen werden.

Verwenden Sie vielmehr zum Vereinfachen von Polylinien in Kurven und Geraden das Add-In Curves And Lines. Damit werden segmentierte Kurven aufgespürt und von der Polylinie getrennt.

Ermitteln von Kurven und Linien
Ermitteln von Kurven und Linien

Führen Sie zum Verwenden des Add-Ins "Curves and Lines" folgende Schritte aus:

  1. Laden Sie das Add-In herunter und speichern Sie es auf Ihrer Festplatte.
  2. Installieren Sie das Add-In, indem Sie in Windows Explorer darauf doppelklicken und anschließend im Dialogfeld Esri ArcGIS Add-In-Installationsdienstprogramm auf Add-In installieren klicken.
  3. Öffnen Sie in ArcMap die Werkzeugleiste "Kurven und Linien" (Anpassen > Werkzeugleisten > Kurven und Linien).
  4. Wählen Sie aus der Dropdown-Liste auf der Werkzeugleiste Kurven und Linien die Lines-Feature-Class aus, die bereinigt werden soll.

    Vergewissern Sie sich, dass die Lines-Feature-Class in ArcMap geladen ist.

  5. Klicken Sie auf Linien mit mehreren Segmenten auswählen, um Polylinien mit mehreren Segmenten zu ermitteln und auszuwählen.
  6. Klicken Sie auf Ausgewählte Linien teilen, um das Dialogfeld In 2-Punkt-Kurven und -Linien teilen zu öffnen.
  7. Geben Sie Werte für Seitliche Versatztoleranz und Mindestlänge von Linien ein.

    Beim Ermitteln von Kurven gruppiert das Werkzeug eine Reihe von Segmenten in eine einzelne Kurve, wenn die Biegung zwischen jedem Segment kleiner ist als die angegebene Seitliche Versatztoleranz. Segmente werden in einzelne Linien aufgeteilt, wenn die Biegung zwischen Liniensegmenten größer ist als die seitliche Versatztoleranz und Segmente die angegebene Mindestlänge von Linien nicht überschreiten. Sie müssen die Toleranzen anpassen und testen, bis Sie Toleranzwerte ermitteln, die am besten für Ihre Daten funktionieren.

  8. Wenn Sie überlappende Flurstücke und Wegerechtsflurstücke in separaten Topologien importieren, lassen Sie das Kontrollkästchen für Kreisförmige Kurven erstellen, die dem seitlichen Versatz entsprechen deaktiviert.

    Hinweis:

    Ist die Option Kreisförmige Kurven erstellen, die dem seitlichen Versatz entsprechen aktiviert, dann erstellt das Werkzeug "Kurven und Linien" aus den abgegrenzten, segmentierten Linien Kurven. Allerdings wird das Werkzeug unterschiedliche Kurvennäherungswerte für verschiedene Anzahlen segmentierter Linien berechnen. Das kann dazu führen, dass die Kurven aus Wegerechtsflurstücken und den überlappenden Flurstücken verschieden ausgerichtet werden. Lassen Sie das Kontrollkästchen für Kreisförmige Kurven erstellen, die dem seitlichen Versatz entsprechen deaktiviert, um dieses Problem zu vermeiden. Nachdem die Kurvensegmente vom Werkzeug erkannt und abgegrenzt wurden, werden mithilfe des Geoverarbeitungswerkzeugs Topologie in Parcel-Fabric laden Kurven erstellt, wobei die Geometrie nicht verändert wird und die Kurvenausrichtung in den Quelldaten erhalten bleibt.

    In einigen Fällen stellt eine Polylinie eine natürliche Grenze wie einen Fluss dar. Diese Polylinien können als natürliche Grenzen oder als Linienzeichenfolgen in die Parcel-Fabric migriert werden. Sie können steuern, ob eine Polylinie als natürliche Grenze migriert werden soll, indem Sie die Toleranz Minimale Anzahl der Linienzugsegmente im Dialogfeld Topologie in Parcel-Fabric laden ändern. Wenn Sie z. B. eine Toleranz von 20 festlegen, werden Polylinien mit mehr als 20 Segmenten als Linienzüge migriert. Polylinien mit weniger als 20 Segmenten werden in einzelne Flurstückslinien geteilt.

Neuerstellen von Polygonen aus Linien

Wenn Sie das Add-In "Curves and Lines" zum Ändern der Linien-Geometrie und Abgrenzen von Kurven verwendet haben, müssen Sie die Flurstückspolygone aus den geänderten Linien neu erstellen. Werden keine neuen Polygone erstellt, kann es bei der Überprüfung der zu ladenden Topologie anhand der erforderlichen Topologieregeln zu Topologiefehlern kommen.

Zum Erstellen neuer Polygone und Übertragen von Attributen führen Sie die folgenden Schritte aus:

  1. Speichern Sie die Attribute der vorhandenen Polygone in Punkt-Features. Verwenden Sie das Geoverarbeitungswerkzeug Feature in Punkt unter System-Toolboxes > Data Management Tools > Features, um die vorhandenen Polygone in Punkt-Features zu konvertieren.

    Die Option Innerhalb im Dialogfeld Feature zu Punkt muss hierfür aktiviert sein.

  2. Öffnen Sie das Geoverarbeitungswerkzeug Feature in Polygon unter System-Toolboxes > Data Management Tools > Features, um neue Polygone aus den bereinigten Linien zu erstellen und Attribute zu übertragen.

    Aktivieren Sie im Dialogfeld Feature in Polygon die Option Attribute beibehalten und wählen Sie die in Schritt 1 für Features beschriften erstellte Punkt-Feature-Class aus.

Hinweis:

Bei der Neuerstellung von Polygonen aus Linien werden eventuell vorhandene Multipart-Polygone geteilt. Mithilfe des Bearbeitungswerkzeugs Zusammenführen oder des Geoverarbeitungswerkzeugs Zusammenführen können die Multipart-Polygone neu erstellt werden.

Inventarisieren

Führen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Polygone durch. Ermitteln Sie die Anzahl der nach dem Bereinigen und Formatieren der Geometrien vorliegenden Flurstückspolygone. Sie möchten sicherstellen, dass die Anzahl der Polygone während des Staging, der Formatierung und nach dem Laden stets dieselbe bleibt. Beispielsweise werden Polygone mit fehlerhafter Geometrie nicht in die Parcel-Fabric geladen. Wenn ein Polygon in einer Phase des Ladevorgangs gelöscht wird, können Sie es entweder überprüfen und beheben oder das Flurstück in die Parcel-Fabric einfügen.

Im nächsten Schritt laden Sie die Topologien in die Parcel-Fabric.

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